Mehr Wettbewerb: Vernetzung und Erweiterung der Shows

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HÜHNER | Mehr Wettbewerb: Vernetzung und Erweiterung der Shows

 

In den letzten Jahren hat der Nederlandse Hoender Club (NHC – niederländischer Geflügel-Verband) seine jährliche Mitgliederversammlung vor dem Mittagessen mit einer anschließenden Fachclubsitzung zusammengelegt. Alle Fachclubs für niederländische Rassen waren eingeladen, und die Beteiligung war auch dieses Jahr wieder beachtlich; der Saal im Geflügelmuseum war gut gefüllt. Ich möchte hier näher auf den Workshop eingehen, den Henkjan Garretsen (bekannt als Garvo-Geschäftsführer, Vorsitzender des Sabelpoot-Clubs (Federfüßige Zwerghühner) und vieles mehr, heute aber hauptsächlich Vorstandsmitglied des NHC) am Nachmittag zum Thema „Stimulanz des Wettbewerbs bei Ausstellungen“ gehalten hat.

Der Kern des Vortrags ist, dass es – unter anderem aufgrund von Maßnahmen gegen die Vogelgrippe – viele kleinere Ausstellungen gibt. Eine maximale Teilnehmerzahl von 30 Ausstellern, das frühe Ausstellen in der Saison, wenn traditionell viele lokale Vereine und Spezialklubs ihre Termine haben, sowie ein Trend hin zu mehr eintägigen Bewertungen sind einige der Faktoren, die dabei eine Rolle spielen.

Bei den kleineren Veranstaltungen ist es oft sehr gemütlich, doch häufig fehlt ein Aspekt für diejenigen, die gerne ausstellen: der Vergleich mit einer größeren Konkurrenz. Wir alle wissen, dass sich dies aufgrund der Überalterung und des zunehmenden Drucks auf das Hobby auf lokaler Ebene nicht so schnell ändern wird – also stellt sich die Frage: Was kann man stattdessen tun?

Die Idee, die Henkjan den Anwesenden vorstellte, basiert auf einem mehrstufigen Modell: Auf lokalen bzw. regionalen Ausstellungen werden die schönsten Tiere ausgewählt. Diese treten anschließend in einer Bewertung auf Provinz- bzw. KLN-Regionsebene an, und als Höhepunkt folgt eine nationale Runde. Durch diese Struktur könnte jeder teilnehmen, da sich auf lokaler Ebene mehrere Bewertungen organisieren lassen, an denen jeweils 30 Aussteller teilnehmen können. Durch die Auswahl der besten Tiere kommen in der nächsten Stufe alle Sieger zusammen, sodass schließlich ein Champion gekürt werden kann, der aus allen Einsendungen des Landes hervorgegangen ist. „Vielleicht sogar ein Bundeschampion!“, rief jemand begeistert aus dem hinteren Teil des Saals. „Das erinnert ein wenig an die früheren Provinzmeisterschaften“, bemerkte ein anderer.

Mit Stiften und Post-its ausgerüstet machte sich der Saal anschließend in Gruppen an die Arbeit: Vor- und Nachteile festhalten, ergänzende Ideen notieren. In der KLN-Ost wurde kürzlich bereits ein Anfang gemacht: Dort hat man sich dafür entschieden, innerhalb eines kurzen Zeitraums (ein oder zwei aufeinanderfolgende Wochenenden) Bewertungen an mehreren Standorten in der Region zu organisieren. So soll jeder – ohne zu sehr durch die Regel von maximal 30 Ausstellern eingeschränkt zu sein – die Möglichkeit erhalten, Geflügel auszustellen. Das passt gut zum oben beschriebenen Ansatz. Grundsätzlich ging es auch nicht darum, „neue“ Bewertungen zu schaffen, sondern möglichst bestehende Initiativen zu nutzen (lokale Jungtierschauen, Vereinsausstellungen, Treffen von Spezialklubs usw.).

Organisatorisch erfordert dies allerdings einiges an Abstimmung, insbesondere wenn man alle drei Runden als physische Bewertungen durchführen möchte. Nach den Regeln müssen Tiere nach einer Bewertung mindestens sieben Tage wieder im heimischen Stall bleiben; das bedeutet in der Praxis, dass man nach einer Bewertung am Wochenende frühestens zwei Wochenenden später wieder teilnehmen kann. Nach der letzten Bewertung der ersten Runde kann die zweite Runde also frühestens zwei Wochenenden später stattfinden (es sei denn, man arbeitet geschickt mit Bewertungsterminen am Freitag/Samstag). Vielleicht reichen auch zwei Runden aus, oder man nutzt für eine Zwischen- oder Endrunde Fotos der Gewinner – oder eine andere Lösung?

Über die Möglichkeiten, Fotos einzusenden, gehen die Meinungen auseinander. Die einen sehen darin eine gute Alternative, andere lehnen es ab. Könnten beide Ansätze nebeneinander bestehen? Fotos als Backup, falls spätere Runden nicht physisch stattfinden können? Digitale Ausstellungen existieren bereits, die Infrastruktur ist also vorhanden. Auch Möglichkeiten, Züchter durch eine (begrenzte) Teilnahme einzubinden, könnten sich ergeben. Zudem gibt es Spezialklubs mit internationalen Mitgliedern – allein zu sehen, wie sich eine Rasse in Kanada, Südafrika oder Portugal entwickelt, wäre doch sehr interessant. Für die Preisrichter bedeutet das zwar zusätzlichen Aufwand bei der Bewertung, aber um Wim Voskamp frei zu zitieren: „Ich richte lieber … als gar nicht.“

Auch Heimbeurteilungen könnten in dieses Schema passen – insbesondere als Plan B, falls Ausstellungen nicht möglich sind. Viele Preisrichter haben damit bereits Erfahrung, und die Bereitschaft zur Mitarbeit ist vorhanden, wenn es gut organisiert wird. Dann ginge es vor allem darum, die Ergebnisse auf faire und transparente Weise vergleichbar zu machen – etwa durch Fotos mit Bewertung über digitale Plattformen oder durch eine Erweiterung der „Mega-Katalog“-Initiative von Anivent.eu. Dort können Ausstellungsorganisationen ihre Kataloge hochladen, und alle Ergebnisse werden in einer großen Datenbank gesammelt. Allerdings nur mit Prädikaten, da vollständige Bewertungen und Fotos üblicherweise nicht in Katalogen enthalten sind. Der Datenschutz ist dabei sauber geregelt: Persönliche Daten werden nur sichtbar, wenn man sich selbst registriert.

Es wird also darauf ankommen, die verschiedenen Puzzleteile miteinander zu verbinden. Lassen wir uns gemeinsam überlegen, wie wir Fortschritte erzielen können – und jeder sollte sich an den Teilen beteiligen, die ihn oder sie ansprechen. Solange sich alles gegenseitig stärkt und wir in unserem schönen Hobby verbunden bleiben, kommen wir voran!